Berge & Sonne & Frankreich

Die Nächte hier sind ziemlich kalt. Da sind wir froh um die Heizung im Wohnmobil. Der Sternenhimmel in Péone war toll. Aber da es draußen sehr kalt war, haben wir uns schnell wieder unter die Decken gekuschelt. Am nächsten Morgen waren wir früh dran (für unsere Verhältnisse). Bereits um 9 Uhr waren wir startklar. Wir waren im Nationalpark Mercantour. Henrik suchte eine tolle Strecke heraus. Die Straße führte mal wieder an einem Fluss entlang (Var) und es gab viele rote Felsen – sehr beeindruckend! Einige Male teilte sich die Straße: auf der Bergseite ging es einspurig durch einen kurzen Tunnel, die Gegenfahrbahn führte außen herum. Eine kleine Wanderung durfte dort natürlich nicht fehlen. Und wir schafften es bis zu einem Aussichtspunkt, bei dem wir Picknick machten.

Dann ging es mit dem Wohnmobil die Straße wieder zurück, da wir eigentlich weiter Richtung Norden wollten. Doch weit kamen wir nicht, da wir uns entschieden, eine Nacht auf einem kostenlosen Stellplatz in Guillaumes zu verbringen und die Gegend dort noch etwas zu genießen. Die Sonne schien und es war überall ein herrlicher Blick. Am Abend erkundeten wir das Dorf. Es war am Hang gebaut und viele Häuser waren schon sehr alt. Die ersten Aufzeichnungen des Dorfes stammen wohl von 1500. Einiges Häuser sahen verlassen aus, doch viele waren noch bewohnt. Es schien als sei dort die Zeit stehen geblieben. Im Wohnmobil war nur etwas der Fluss zu hören. Eigentlich stand im Internet, dass nur wenige Meter entfernt eine Bäckerei Montag früh offen haben sollte, doch leider hatte diese genau an dem Montag Urlaub. Also gab es doch wieder Müsli, statt Croissants. Am Vormittag machten wir eine kleine Fahrradtour nochmal Richtung Süden. Wir fuhren allerdings auf der anderen Seite des Flusses entlang einer ehemaligen Eisenbahnstrecke. Diese Straße ist so gut wie kaum befahren, da sich am Ende nur ein zurzeit geschlossener Campingplatz befindet. Am Ende der asphaltierten Straße, folgte ein geschotterter Wanderweg. Dieser führte durch zwei Tunnel zu einer Brücke, die wir bereits am Vortag gesehen hatten. Von dort aus hatten wir einen tollen Blick in die Schlucht. Den Ausblick und den Sonnenschein nutzten wir wieder für ein Picknick.

Der Mittagsschlaf der Kinder wurde zum weiterfahren genutzt. Da wir schon einiges der „Grandes Alpes Route“ entlang gefassten sind und es so schön war bisher, ging es also weiter Richtung Norden auf der Route Richtung Barcelonnette. Es ging hoch hinauf über Serpentinen, enge Straßen und wundervolle Ausblicke. Und dann am höchsten Punkt ein kleiner Schock: ein Schild, welches eine Maximalhöhe von 3,00m angibt. Dabei wurde uns beim Verleih gesagt, dass wir nicht unter 3,30m hindurchfahren dürfen. Irgendwo in den nächsten 27 km würde also mindestens eine Stelle kommen, die begrenzt ist auf 3m. Bei unseren Apps waren keine Tunnel zu erkennen. Eine andere Route wäre ein totaler Umweg und wahrscheinlich nicht so schön gewesen. Also entschieden wir uns, es zu riskieren. Im Zweifelsfall müssten wir dann noch mehr zurückfahren, was sehr lange dauern würde, da wir durch die engen und steilen Straßen nur langsam voran kamen. Irgendwann kamen ein paar Stellen, an denen es etwas enger wurde, da der Felsen recht weit hinausstand. Aber alles ging gut für die Markise und den Rest des Wohnmobils. Aber dann nur wenige Kilometer vor der Stadt Barcelonnette, kam es: ein kurzer Tunnel, vielleicht 10m lang mit einer maximalen Durchfahrtshöhe von 3m. Ich guckte gespannt vorne aus dem Fenster, Sarah stieg aus und lief vor, um zu gucken, ob es passt. Natürlich war in diesem Moment ein Auto hinter uns und auch vor uns wartete eins, doch es war zu schmal an dieser Stelle, dass zwei Autos aneinander vorbeigepasst hätten. Und dann winkte Sarah uns durch. Es war noch genug Platz! Juhuu!! In den Fahrzeugpapieren steht drin, dass das Wohnmobil 2,90m hoch sei. Nur vielleicht ist dabei die Satellitenschüssel noch nicht eingerechnet. Jedenfalls sind wir nun schlauer und echt froh, dass wir es trotzdem gewagt haben – auch wenn wir ziemlich geschwitzt haben. In der Stadt waren wir einkaufen und haben uns dann in den nächsten Ort, Jausiers auf einen kostenlosen Stellplatz gestellt. Nach dem Frühstück gingen wir in den Ort und kauften endlich ein Croissant und ein Baguette bei einem Bäcker, was lecker war. Um der Grandes Alpes Route zu folgen, ging es durch ein Skigebiet, welches derzeit wie ausgestorben schien. Und dann in Guillestre stand schon ein Schild mit einer Straßensperrung bis 17 Uhr. Doch wir probierten es trotzdem und fuhren 10 Kilometer, bis uns ein Bauarbeiter sagte, dass die Straße erst wieder um 17 Uhr öffnen würde. Sonne und Fluss hieß wieder Pause machen, bis es schließlich weiterging nach Briançon, wo wir ein paar Leckereien bei einem Bäcker einkauften. Von dort waren es nur wenige Minuten bis zu einem Campingplatz, der das ganze Jahr geöffnet hat. Es ist hier sehr schwer noch offene Campingplätze zu finden. Der Campingplatz liegt im Wald, es ist alles schon recht alt, es gibt kein Toilettenpapier in den WCs (wir dachten das gibt es nur in Italien), aber der Spielplatz ist neu und wir konnten mal wieder Wäsche waschen. Es ist hier kaum etwas los, wir zahlen für eine Nacht nur knapp 25€ und es ist ruhig.

Fotos gibt es das nächste mal wieder. Scheinbar ist unser Internet hier nicht gut genug, um welche hochzuladen und wlan gibt es nicht.

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