Tjappsåive

… so heißt der Ort, an dem wir die letzten drei Tage waren. Und es hat uns allen richtig gut gefallen! Wo soll ich anfangen? Und welche Fotos soll ich mit euch teilen? Von vorne: am Montag nach dem Frühstück entschieden wir uns für einen Spaziergang direkt vom Haus aus. Alle mit Gummistiefeln und Regenhose durften in die Pfützen springen. Leider hatte ich nichts von beidem und Noah war der einzige, der gut ausgestattet war. Auf dem Weg durch das „Dorf“ ließ sich sogar die Sonne blicken. Das Dorf besteht nur aus ganz wenigen Häusern. Da es keinen ersichtlichen Weg durch den Wald zurück gab, wie aber eigentlich in der App angezeigt, mussten wir den Weg wieder zurückgehen, Noah konnte so immerhin nochmal durch alle Pfützen hüpfen und laufen. Da es draußen ungemütlich war, machten wir es uns nachmittags im Haus gemütlich. Dienstag folgten wir einem Tipp der Vermieterin und gingen einen Weg aus Holzplanken entlang zu einer Quelle. Da mussten wir manchmal ziemlich balancieren, da sich an den Seiten ein richtiges Sumpfgebiet befand. Da die Außentemperatur nur 6 Grad betrug und es sehr windig dort war, beeilten wir uns, dass wir uns schnell im Auto aufwärmen konnten.

Danach fuhren wir weiter nach Arvidsjaut, welches die nächst größere Stadt ist. Einkaufen im Coop und tanken stand auf dem Plan. Und Benzin ist hier mit ca. 1,45 € im Vergleich zu Deutschland und vor allem Norwegen günstig. Am Abend kochten wir Kartoffeln, die wir von der Vermieterin aus eigener Ernte bekommen hatten. Die waren sehr lecker. Mittwoch Vormittag durften wir mit der total netten Vermieterin Eunice und ihrem Mann die Hühner und die Ziegen rauslassen. Wir lockten die Hühner mit etwas Futter nach draußen, doch sie waren schüchtern. Erst als wir ein Stück weggingen, kamen sie raus. Für die Ziegen gab es Knäckebrot. Auch sie waren schüchtern bei uns, doch als sie das Knäckebrot hörten, kamen ein paar von den insgesamt 7 Ziegen zu uns. Sie freuten sich sehr über den von den Vermietern übriggelassenen Kohl und anderes Gemüse auf dem Feld. Frischen Grünkohl durften wir auch probieren. Henrik und Sarah erfuhren einiges von den beiden: in den vier Häusern, die dort stehen, lebten einmal 33 Personen. In den nun noch frei bewohnbaren Häusern leben die beiden, eine 89-jährige Witwe und ab und zu Gäste. In die Schule gingen auch Kinder der umliegenden Häuser. Heute ist das ganze Dorf geschrumpft und es leben noch 15 Personen in den Häusern im Umkreis von etwa 3 km. Die beiden kommen selbst nicht von dort, er kommt aus dem Süden Schwedens und sie aus der Mitte bei Östersund. Sie sind Handwerker und bauen u.a. Saunen. Auch ihre eigene Sauna haben sie selbst gebaut. Die 7 Ziegen, die sie besitzen, stammen von einer Art ab, von denen es in Schweden nur noch 200 gibt. Die Ziegen wurden früher mitgenommen, wenn die Leute mit ihren Rentieren von den Bergen ins flache Land gezogen sind, damit sie Milch für den Weg haben, da die Rentiere nicht so viel Milch geben.

Die alte Schule „das gelbe Haus“, in dem wir wohnten und hinten rechts am Waldrand die rote Sauna

Am Nachmittag fuhren wir nochmal los zum „Trollfossen“. Das war ebenfalls eine Empfehlung von Eunice und ihrem Mann. Es gab eine Hängebrücke, über die wir auf eine Insel gehen konnten.

Der wilde Fluss

An der Insel vorbei führte ein wilder Fluss. Es sah einfach toll aus. Wir liefen links lang, durchquerten dann die Insel und liefen auf der anderen Seite zurück. Wir hätten noch viel weiter gehen können, doch die Sonne ging schon bald unter. Der Weg war oft matschig, doch wir suchten uns trockene Stellen zum durchkommen. Überall gab es Trampelpfade. Ein schönes Stück Erde!

Heute war wieder Unterkunftswechsel. Wir wären gerne noch etwas länger dort geblieben. Es hätte noch viel zu entdecken gegeben, dass Haus war super und die Vermieter waren total nett. In dem Haus war vieles selbst gemacht. Sie haben auf einer halben Ruine ein tolles Haus für Gäste gestaltet. Es gab wohl weder einen Wasser- noch einen Stromanschluss. Angehoben haben sie es sogar auch, um eine Art Bodenplatte drunter zu legen. Das Wasser bekommen sie von einer Quelle. Es schmeckt gewöhnungsbedürftig, doch hat viele Mineralien. Vor der Abfahrt durfte Noah sogar nochmal zu den Tieren gehen.

Und dann ging es weiter Richtung Süden. Mittagspause machten wir an einem See. Zum reingehen war es uns aber zu kalt, obwohl heute sogar zwischenzeitlich 11,5 Grad waren. Einkaufen gingen wir in Strömsund und dann ging es weiter über Schotterstraßen nach Öjarn. Die Blockhütte, in der wir die nächsten vier Nächte sind hat der Mann selbst gebaut. Es gibt zwar Strom, aber kein fließend Wasser (mit aus Kanistern). Das gibt es in einem kleinen Haus etwa 40 m entfernt, wo es auch eine Toilette und Dusche gibt. Die Vermieter leben auch nur ein paar Meter entfernt und die zwei Rentiere dürfen tagsüber bis an unsere Hütte rankommen. Wir wollen die nächsten Tage unbedingt mal mit dem Kanu fahren, denn wir sind direkt an einem See. Fotos folgen…

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