Wir sind wieder zu Hause… Aber es gibt ja noch was zu erzählen. Etwas spannendes, aber unglückliches. Aber eins nach dem anderen. Am Mittwoch letzte Woche leerten wir nochmal das Wasser und füllten frisches Wasser auf für die Übergabe am Freitag. Wir hatten nämlich nur noch das Ziel Vogtland (dort nochmal ein Zwischenstopp bei Henriks Mutter einlegen) und dann nach Hause alles ausräumen und dann das Wohnmobil abgeben. Wir fuhren noch ein Stück am Rhein entlang und sahen nochmal das Schloss des Fürsten. Das Navi sagte, dass wir abfahren und noch ein kurzes Stück durch Österreich fahren sollten. Doch dann waren wir uns unsicher, ob dies eine Mautstraße wäre. Wir waren zu geizig für ein paar hundert Meter eine Vignette zu kaufen. Denn wir mussten uns bereits eine für die Schweiz kaufen für ca. 50 € (die ist dann sogar ein Jahr lang gültig – bringt uns natürlich nichts, weil diese kennzeichengebunden ist und uns ohne genau dieses Wohnmobil nichts bringt). Am Zoll mussten wir kurz anhalten, der Beamte fragte wie schwer das Wohnmobil sei. 3,5 Tonnen natürlich (wussten wir zu dem Zeitpunkt natürlich nicht ganz genau aber das war das zulässige Gewicht des Wohnmobils und der Führerscheine von Henrik und Sarah). Er fragte noch wohin wir wollen und schließlich gab er uns den Tipp eine Abfahrt später runterzufahren, um die Vignette zu sparen. Gesagt, gewendet und weitergefahren. Dann kam eine sehr schmale Straße, die nur zulässig war für Fahrzeuge bis 3,5 t – uns also eingeschlossen. Tja, vielleicht hätten sie es lieber auf eine Breite beschränken sollen. Es war wirklich schmal und es waren ca. 3 km, die wir dort entlangfahren mussten. Henrik fuhr sehr langsam, wenn ein Auto entgegenkam, denn links und rechts neben der Straße war ein Graben und somit ein Ausweichen nicht wirklich möglich. Wir sahen, wie etwas weiter hinten ein kleiner dunkelgrauer Kasten-LKW angefahren kam. Also wurde Henrik immer langsamer, der kleine LKW wich gefühlt einem Baum aus und fuhr noch sehr schnell für die Straßenverhältnisse. Und dann wurde es kurz laut, Henrik stoppte. Allen Insassen ging es gut, Warnblick an, Überblick verschaffen was passiert war: der linke Außenspiegel hängt nach unten. Und der LKW? Fährt der weiter? Sarah stieg schnell aus, doch der LKW war kaum noch zu sehen. Fahrerflucht oder hielt er später noch an? Auf der Straße lagen viele Plastikteile und ein kaputter Spiegel – Mist! Die anderen Autos fuhren langsam vorbei, sodass wir die Teile aufsammeln konnten. Nur wenige Meter weiter gab es eine kleine Bucht, in die wir hineinfuhren. Erstmal kurz sammeln, dann Notruf wählen und schauen ob noch was kaputt gegangen ist. Zum Glück stellte sich heraus, dass das kaputte Spiegelglas vom entgegenkommenden Fahrzeug gewesen sein muss, denn unseres war ganz. Nur der Spiegel hing noch an einem Kabel. Mit einem Strick hat Henrik den befestigt und wir sollten zur nächsten Polizeistation nach Lauterach fahren. Die Polizeibeamtin war sehr nett und teilte uns direkt mit, dass sich der Fahrer gemeldet hat, der hinter dem LKW gefahren ist. Er hat ein Foto vom Kennzeichen gemacht und angegeben, dass dieser schon lange sehr rasant gefahren sei. Danke an diesen tollen Autofahrer!! Also ist der Fahrer tatsächlich einfach weitergefahren. Leider ist es ein polnisches Kennzeichen, weshalb der Halter nicht herausgefunden werden kann. Nachdem wir den Unfallbericht erhielten, konnten wir endlich weiterfahren. Nach dem Stopp im Vogtland, ging es nach Hause. Alles ausräumen, putzen und dann hieß es am Freitag Abschied nehmen vom Wohnmobil.

Resümee der Reise: Wohnmobil ist auch eine schöne Art zu reisen und wir haben sehr viel gesehen. Positiv war definitiv, dass wir immer alles mit dabei hatten und nichts ein- oder ausräumen mussten. Wir konnten sehr spontan reisen, hinfahren wo wir wollten und uns kurzfristig entscheiden. Etwas schwieriger ab Oktober ist dabei nur die Suche nach noch offenen Campingplätzen. Mit der App „park 4 night“ und Maps findet man immer irgendwo einen Platz. Die französischen Alpen sind toll, die Route des Grandes Alpes vor allem im Süden sehenswert. Und ein bisschen Risiko sollte man in Kauf nehmen: besser man weiß ganz genau wie hoch das Fahrzeug wirklich ist. Man kann auch durch mehrere Länder in kürzester Zeit fahren (Deutschland, Österreich, Italien oder Liechtenstein, Schweiz, Deutschland). Ein paar Kenntnisse in den Sprachen sind empfehlenswert aber kein Muss. Am besten den Mittagsschlaf der Kinder nutzen oder gute TipToi Bücher dabei haben für längere Strecken. Ein Wohnmobil bietet zwar Platz, aber man hockt doch die ganze Zeit aufeinander. Deshalb tut es gut die Zeit draußen zu verbringen so gut es eben geht (Kleidung für alle Wetterlagen dabei zu haben ist von Vorteil). Dafür, dass wir wirklich viel unterwegs waren, ist „nur“ der eine Unfall vorgefallen. Ansonsten haben wir und die Fahrzeuge die Reisen unbeschadet überstanden. Das Wetter war meistens auf unserer Seite. Wir hatten kaum Regentage, tagsüber nie unter 0 Grad und die Sonne hat sich oft blicken lassen.
Und nun sind wir erstmal gesättigt von den vielen Eindrücken, müssen alles sacken lassen, bevor es wieder losgeht. Doch bis wir mal wieder solch große Reisen machen, wird es wohl einige Zeit dauern. Die Elternzeit haben wir auf jeden Fall gut genutzt. Henrik und Sarah haben ganz viel Zeit mit uns Kindern verbracht, uns als Familie tat es gut und hat uns noch enger zusammengeschweißt.
Es war mir eine Freude euch berichten zu dürfen! Danke fürs lesen. Macht’s gut und bis dann, euer Charly